Ich kenne sehr viele Single-Frauen in meinem Alter oder manchmal sogar jünger, die die Nase voll haben sich wieder in eine Beziehung einzulassen.
"Nein, nie wieder!"
Genau diesen Satz höre ich dann immer wieder.
Nach schmerzhaften Trennungen, Enttäuschungen, Vertrauensbrüchen oder toxischen Beziehungserfahrungen entsteht oft der Wunsch, das Kapitel Partnerschaft endgültig zu schließen.
Und ganz ehrlich?
Ich kann das verstehen.
Auch ich habe Erfahrungen gemacht, die wehgetan haben. Erfahrungen, die mich an mir selbst zweifeln ließen und die mich viel Kraft gekostet haben.
Doch statt den Fokus darauf zu legen, niemals wieder eine Beziehung einzugehen, stellte ich mir irgendwann andere Fragen:
👉 Wie bin ich eigentlich mit mir selbst umgegangen?
👉 Wo habe ich mich selbst verlassen, nur um geliebt zu werden?
👉 Wo habe ich meine Bedürfnisse zurückgestellt, um zu gefallen?
👉 Wo habe ich Aufmerksamkeit mit Liebe verwechselt?
Wenn wir ehrlich zurückblicken, erkennen wir oft, dass manche Beziehungen weniger aus echter Liebe entstanden sind, sondern aus dem Wunsch nach Bestätigung, Zugehörigkeit oder dem Versuch, alte Verletzungen zu heilen.
Nach einer schwierigen Trennung braucht es deshalb oft etwas, das viele unterschätzen:
Eine bewusste Ruhephase.
Eine Zeit, in der wir nicht sofort die nächste Beziehung suchen.
Eine Zeit, in der wir die Einsamkeit nicht mit Ablenkung überdecken.
Eine Zeit, in der wir Körper, Geist und Seele erlauben, sich zu erholen.
Gerade in einer Welt, in der Dating-Apps suggerieren, dass der nächste Mensch nur einen Wisch entfernt ist, geht diese Phase oft verloren.
Dabei entstehen viele der Dramen, die ich in meiner Praxis begleite, genau dort: wenn alte Wunden noch offen sind und neue Begegnungen unbewusst dazu dienen sollen, Schmerz zu betäuben.
Die Bewusstseinslehrerin Ute Strohbusch beschreibt in ihrem Beitrag „Das Urprinzip der Sexualität“, dass das Energiesystem einer Frau teilweise Jahre benötigen kann, um die Energien eines Mannes zu verarbeiten. Sie vertritt die Auffassung, dass intime Begegnungen weit mehr sind als ein körperlicher Austausch und auf emotionaler sowie energetischer Ebene lange nachwirken können.
Unabhängig davon, wie man diese Sichtweise bewertet, lädt sie dazu ein, sich bewusst die Frage zu stellen:
Mit wem teile ich meine Zeit, meine Nähe, mein Herz und meine Energie?
Aus Sicht der geistigen Lebensprinzipien ist jede Begegnung ein Austausch von Energie. Jede Verbindung hinterlässt Spuren. Jede Erfahrung wirkt nach, bewusst oder unbewusst.
Deshalb geht es für mich nicht darum, Beziehungen zu vermeiden.
Es geht darum, sich selbst so gut kennenzulernen, dass man nicht mehr aus Mangel, Angst oder Bedürftigkeit wählt.
Sondern aus innerer Klarheit.
Denn vielleicht ist die wichtigste Frage nach einer Trennung nicht:
"Wann finde ich den Richtigen?"
Sondern:
"Bin ich bereits aus den Mustern ausgestiegen, die mich immer wieder zum Falschen geführt haben?"
Wie siehst du das? Braucht es nach einer Trennung bewusst Zeit für Heilung und Selbstreflexion oder hilft ein Neuanfang möglichst schnell?
Wenn dich dieses Thema interessiert oder berührt, dann schreib mich an! Lass uns gemeinsam in einem Gespräch mehr Klarheit dazu
finden!
Andrea